INCUBUS - Berlin/Columbiahalle -  20.08.2018

Es herrschten Sauna-Temperaturen in der Columbiahalle. Unvorstellbar, dass es noch Karten an der Abendkasse gab, denn gefühlt muss das Konzert an diesem Abend ausgebucht gewesen sein. Ich kann mich an diverse ausverkaufte Gigs in der Location erinnern, wo nicht solch ein Gedränge und eine Publikumsdichte spürbar war.

Aber egal - nach 6 Jahren gaben sich die fünf Musiker aus Calabasas in Deutschland für wenige Konzerte die Ehre. Und nur das zählte.

So wurden Incubus auch von den zahlreichen Fans enthusiastisch begrüßt, als sie die Bühne betraten und ungehindert mit voller Kraft loslegten. Es war laut, sehr laut im Fotograben, der Boden pulsierte.

Das Bühnenbild war schlicht, jeder einzelne Musiker stand und saß an seinem Platz, wo er auch die knapp 2 Stunden verweilte. Hätten wir nicht 2018, so hätte man auch meinen können, es wäre 20 Jahre früher - die Projektionen glichen den damaligen Licht-Visionen aus der vergangenen Computerwelt. Aber ein bisschen Retro-Feeling passte schon, denn das Publikum schwelgte in alten Song-Erinnerungen, konnte diese textsicher mit anstimmen.

Der Fokus lag natürlich auf dem letzten Longplayer "8", aber wenn eine Band so lange pausiert, sind die Perlen der doch recht erfolgreichen Jahre ein Muss. Sie wurden in der Setliste platziert und bildeten ein wundervolles Finale.  Erwähnenswert sind ebenfalls die Cover-Versionen großer Hits in Incubus-Manier, unter anderen das phänomenale "Wicked Game" von Chris Isaak im Original, das schon HIM in einen Rocksong verpackten.

Oder wie "Wish You Were Here" am Ende in den Refrain des gleichnamigen Pink Floyd-Klassikers verschmolz. Genial.

Die Fans waren begeistert, die Euphorie, ihre geliebte Band endlich oder zum ersten Mal live erleben zu dürfen, erfüllte sich. Alles in Allem war es ein Abend mit einem guten Konzert, in dem fast keine Kommunikation mit dem Publikum stattfand. Es wurde brav gedankt, die Fans auch mal gelobt für ihre Textsicherheit - aber das war es auch. Keine Begrüßung, keine Ansagen, kein Statement.

Und - so mein subjektiver Eindruck - es schien, als würde jeder Musiker sein Ding durchziehen. Von einer Homogenität innerhalb einer Band war leider nichts zu spüren. So wirkten die doch auch teilweise pathetischen Songs weniger authentisch.

Man hatte einen Job, das Publikum mit Musik zu versorgen. Dem kam man nach, aber für Emotionen oder Fan-Nähe war kein Platz.

Schade, so hätte es eines der besten Konzerte des Sommers 2018 sein können.

Großes Lob und Dank an dieser Stelle an den Veranstalter - es wirkte alles gut durchorganisiert, die Betreuung der Presse war vorbildlich.

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