HURTS - Berlin/Columbiahalle -  15.11.2017

Die beiden Supports Tom Walker und Alex Varga hatten es nicht so leicht an diesem Abend beim Berliner Publikum.

Schade, denn beide Singer-Songwriter gaben ihr Bestes und waren hörenswert.

Aber einige Musik-Intolerante vor der Bühne ließen keinen Zweifel offen, dass sie nur wegen Hurts gekommen waren. Außer viel Gelächter vernahm man leider auch immer wieder dümmliche Rufe und Kommentare.

Als dann endlich Theo Hatchcraft und Adam Anderson mitsamt Band die Bühne betraten, tobte die vor allem weibliche Menge.

Schwerpunkt lag natürlich auf dem aktuellen Longplayer „Desire“, dennoch war das Setup sehr ausgewogen und beinhaltete auch viele der Pop-Perlen aus den Vorgängeralben.

An Theos Stimme kann man nichts aussetzen, sie klang über 90 min Konzertlänge plus Zugabe klar und einschmeichelnd.

Hatte man Hurts in vergangenen Jahren live gesehen, fiel auf, dass sie an diesem Abend viel mehr auf eine Bühnenshow setzten. Es gab Live-Musiker mit Gitarre, Schlagzeug, Background-Sängerinnen und eine traumhafte Bühnenkulisse mit riesigem Kronenleuchter und Lichtelementen. Dieses Arrangement hatte Etwas von einem Ballsaal. Sehr passend zu den neuen Songs, die sehr tanzlastig und weniger melancholisch sind, was einige Fans ziemlich enttäuscht hatte.

Zugegeben, diese Bühnenpräsenz, die Theo ausstrahlt, benötigt keine imposante Kulisse. Das Konzert vor 7 Jahren hatte mir mehr Gänsehaut-Momente beschert, als Theo allein im Scheinwerferlicht am Mikro stand – keiner stirbt fast so schön beim Singen…. Diese Aura, die ihn umgibt, verblasst bei zu viel Glamour und Glitzer auf der Bühne.

Dennoch muss man einer Band eine Weiterentwicklung zugestehen, dazu gehört vielleicht auch ein poppigerer Sound und weniger depressive Texte. Und wer sagt, dass wir auf dem kommenden Album nicht wieder altgewohnte Klänge und Lyrik bekommen?  

Hurts Stärke ist seichte, melancholische und vor allem zeitlose Popmusik. Und damit gehören sie zur Elite dieses Genres.

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