SUEDE - Berlin/Columbiahalle -  29.09.2018

 

 

Suede spielen in der bestuhlten Columbiahalle? So konnte man es zumindest im Vorfeld beim Ticketkauf bemerken.

Und tatsächlich war die Location mit Stuhlreihen bestückt. Wer Suede-Fans kennt, weiß, wie extrem diese sind, das konnte niemals gut gehen mit den Stühlen.

Auch wenn das neue Album "The Blue Hour" sehr düster, pathetisch und epischer ist, verstand man diese Entscheidung nicht so ganz.

Die Bühne verhüllte ein halbtransparenter Vorhang, zum Opener "As One" passte diese Atmosphäre, wo man nur die Umrisse der Bandmitglieder sah. Doch danach hätte sich der Vorhang lüften müssen, er wirkte wie eine Barriere zwischen Band und Publikum. Selbst Bretts Bitte, dass alle mitsingen sollen, fand nicht so richtig Anklang.

Jedoch hielt es die Fans in den vorderen Reihen nicht davon ab, die Sitzplätze zu verlassen und zur Bühnenabsperrung zu stürmen.

Sie wurden belohnt, es folgten “We Are The Pigs”, “So Young” und “Heroine” - das Publikum tobte und sang laut jede Zeile mit. Suede as it's best! Es war wie früher - in den 90ern - der Reiz der Band war nicht verloren gegangen. Brett Anderson wirkte wie in alten Zeiten, die 20 Jahre, die auch er älter geworden ist, waren nicht spürbar. Er fegte über die Bühne, sprang und tanzte wild herum.

Aber es gab auch besondere Momente.

Brett war sichtlich gerührt, als die zumeist weiblichen Fans in den ersten Reihen "Happy Birthday" anstimmten. Denn es war Bretts 51. Geburtstag, den er beim einzigen Konzert in Deutschland mit seinen Fans feierte.

Er war auf die Bühne gekommen, allein, mit Akustikgitarre in der Hand. Setzte sich vorn auf die Bühne, zog das Verstärker-Kabel und stimmte "The Wild Ones" an. Ein Gänsehaut-Moment.

Mit "Life Is Golden" beenden Suede den spektakulären Abend.

Suede in Berlin war mit Sicherheit eines der besten Konzerte 2018.

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